Hallo Mama, ich bin im Fernsehen!

Dreharbeiten1Man hat sie immer wieder mal gesehen, in den letzten Jahren, die Kamerateams auf dem Nordschleifen Parkplatz, die irgendwelche Leute zwischen ihre sensationslüsternen Krallen bekommen haben. Mal mehr, mal weniger auf der Suche nach massentauglichem Mainstream – also „Leute durch den Kakao ziehen“. Aber mir kommt es so vor, als ob es in den letzten Monaten, oder vielleicht bereits seit letzter Saison doch um einiges zugenommen hat, mit den von Gaffern umringten Kameraleuten. Liegt es an dem wachsenden Bekanntheitsgrad der Nordschleife? Der Medienpräsenz bzgl. der Skandale rund um die Finanzierung des neuen Nürburgrings (Eifeldorf, Ringracer, etc.)? Oder rückt die Faszination Nordschleife mehr in das Bewusstsein der Menschen bzw. Medien aufgrund der zugenommen Kommerzialisierung der VLN (Langstreckenpokal oder in lang: Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring) oder des ADAC 24h Rennens?! Dank der dramatisch gestiegenen Professionalisierung durch den Kampf diverser Werksteams um den begehrten Siegertitel des 24h Eifel-Klassikers?

Jedenfalls befanden sich (aus meinem Blickwinkel) hauptsächlich die oben genannten „Kakaozieher“ unter den TV-Redakteuren, wie zum Beispiel GRIP von RTL2. Vor 2 Wochen war dann auch mal wieder ein Team von Sport1 (ehemals DSF) zugegen, die sich in dem Terrain „Touristenfahrer“ z.B. mit Reportagen über den Karfreitag entsprechend einen Ruf etabliert hatten. Da ich wohl nicht genug Groll im Blick hatte, wurde ich von dem Redakteur tatsächlich angesprochen, ob ich nicht Lust auf ein Interview hätte, da sie eine Sendung über die Welt der Touristenfahrer machen wollten. Nach 3 Gegenfragen war mir klar – der Mann hatte NULL Ahnung. Ich lehnte dankend ab, da ich nicht riskieren wollte, fälschlicherweise in einem falschen und Quoten-bringendereren Licht dargestellt zu werden. Obwohl ich im Prinzip neugierig war, wie so etwas abläuft, was für ein Gefühl es ist, vor der Kamera zu stehen und vielleicht tatsächlich die Chance zu bekommen, anderen Menschen die Faszination des „schnell im Kreis fahren und Geld verbrennen“ näher zu bringen.

Dreharbeiten2Eine Woche später, das Thema TV war in meinem Kopf längst abgehakt, sprach mich prompt der nächste TV Redakteur an. Dieses mal von MotorvisionTV des Senders SKY (ehemals Premiere). Bei mir im Gedächtnis mangels Sky-Abo nur per einiger YouTube Videos geblieben, allerdings mit einem recht sauberen Image. Es ging wieder um ein Interview, ein paar Aufnahmen vom Wagen und einer Fahrt auf der Nordschleife mit zwei Kameras an Board. Das ganze sollte für eine Serie auf MotorvisionTV sein, wo pro Folge ein bis drei Touristenfahrer vorgstellt, bzw. befragt werden und die Faszination Nordschleife im Mittelpunkt steht. Erneut war meine Neugier geweckt und ich erinnerte mich an ein Video dieser Reihe, das mit einem mir bekannten „alten Touristenfahrer Hasen“ gedreht und im Frühjahr ausgestrahlt wurde. Sachlich, wertfrei, ungeschönt – eben authentisch! So ist es nun auch gekommen und ich habe mich in die Fänge des Fernsehen begeben. Ich hoffe ich falle damit nicht auf die Nase, Spaß hat es aber in jedem Fall gemacht. Schon ein seltsames Gefühl, 30cm vor der Nase eine riesen Kamera zu haben und voll konzentriert ein paar Fragen zu beantworten. Möglichst ohne zu stottern, ohne sich zu verhaspeln und trotzdem in ganzen Sätzen einigermassen sinnvolles Zeug von sich zu geben. Im Nachhinein hatte ich das Gefühl, zwar geradeaus gesprochen zu haben, aber dennoch die Hälfte vergessen zu haben, was ich eigentlich hätte sagen müssen. Aber das Ding ist im Kasten und ich bin auf das Endergebnis gespannt. Einen Sendetermin kenne ich noch nicht und soll mir per eMail oder Telefon zukommen. Zusätzlich werde ich per Post eine DVD mit dem zwei bis dreiminütigen Beitrag bekommen. Meine Frage, ob ich die komplette Nordschleifenrunde bekommen kann, wurde mir leider verneint. Rechtliches, Absprache mit NA-GmbH bla bla. und Spritgeld gab es leider auch keins. 🙁

Meinen Spaß hatte ich aber wie gesagt trotzdem und werde, sofern es bei YouTube zu finden sein wird, auch hier verlinken. Solange geduldet euch doch noch ein wenig mit meinem letzten Video von der Nordschleife aus dem letzten Jahr. Und ja, ich muss mal wieder ein neues machen! 😉

VLN im Wandel

Vielleicht ist es normal, daß sich gewisse Dinge immer wiederholen und mit ähnlichen Veranstaltungen die wachsen, auch die gleichen Entwicklungen passieren. Ausgelöst durch steigenden Zuschauer Zulauf, größerer Werksbeteiligung und umfangreicherer Marketing Maßnahmen. So kristalisiert sich im Rahmen der VLN immer mehr eine Marschrichtung heraus, die dem treuen und langjährigen Fan mehr und mehr die Falten auf die Stirn treibt.

Ich besuche die VLN nun seit über 7 Jahren relativ regelmäßig. In manchen Jahren sogar ohne mir auch nur einen Lauf entgehen zu lassen und zähle damit aber bei weitem nicht zu den „alten Hasen“. In all dieser Zeit bin ich noch nie aus einer Box rausgeschmissen worden. Mal vom 24h Rennen abgesehen, was sicherlich in dieser Hinsicht aufgrund der krassen Zuschaueranzahl eine verständliche Ausnahme darstellt. So ist es uns heute jedoch leider passiert, das wir zwar freundlich, aber bestimmt hinaus komplementiert wurden. Und warum? Wegen folgendem Kleingedruckten auf der Eintrittskarte:

vln_eintrittskarte

Ob dieser Hinweis neu ist oder schon immer so bestanden hat, ist mir nicht klar. Fakt ist jedenfalls, dass der Charme der VLN für die meisten Fans davon abhängt, die Nähe zum Sport erleben zu können. Es ist einfach einmalig, wie nah man hier am Erlebnis dran ist. Nicht nur, dass die sehr umstrittenen FIA Zäune rund um die Nordschleife seit ca. 2 Jahren großen Unmut erzeugen, nein, jetzt geht man den Fans auch noch in der Box an den Kragen.

Für den treuen VLN Fan gehört der Besuch der Boxen und das beobachten der Boxen-Stops schlicht zum Erlebnis VLN dazu. Ein kurzer Plausch mit den Fahrern und Mechanikern des Lieblingsteams hier, ein Begutachten von neuen Teilnehmern dort, schlicht einfach das „mitten drin“ statt „nur dabei“. Abseits des elitären Getue von Formel1, DTM & Co bildet die VLN eine seltene und somit umso schönere Ausnahme. Natürlich gab es Zeiten, wo die Boxengasse im Laufe des Rennens wirklich mehr als überfüllt war. Es hat aber immer gereicht, die Zuschauer höflich hinter die „rote Linie“ und somit aus dem Gefahrenbereich zu leiten. Da es heute wirklich sehr kalt und relativ leer in der Boxengasse war, war ich umso erstaunter, als wir von 2 Herren der Boxengassenaufsicht angesprochen wurden, die unsere Eintrittskarten sehen wollten. Natürlich hatten wir „nur“ die ganz normale Eintrittskarte. Uns wurde sodann erklärt, dass nun ein neuer Wind weht und es nur noch Zuschauern mit Team-Gastkarte oder Saisonkarte erlaubt sei, sich nach 11:30 Uhr in der Boxengasse oder Box aufzuhalten. Alle anderen dürften ab dann nur noch ins Fahrerlager.

Hallo?! Wozu zahle ich 12 Euro Eintritt? Damit ich mir die „schicken“ LKW’s im Fahrerlager ansehen darf? Ich dachte ich wäre im falschen Film! Uns wurde erklärt, dass kürzliche Untersuchungen gezeigt hätten, daß sich zuletzt über 400 Menschein in der Boxengasse aufgehalten hätten und hier ein Sicherheitsrisko besteht. Wo ist bitte in der Box ein Risiko? Und warum sinkt das Risiko mit dem Besitz einer Team Gastkarte oder gar einer Saisonkarte? Auf meine Frage hin, was denn wäre, wenn jetzt im nächsten Jahr 400 Saisonkarten Besitzer in der Boxengasse stehen würden, erntete ich nur ein Schulterzucken.

Fazit des ganzen: Die VLN Eintrittskarte wird von mir definitiv in Zukunft gemieden. Wir sind unerwünscht? Ok, dann gehen wir halt in Zukunft von Anfang an direkt an die Strecke. Zumindest solange, bis auch hier Sonder Regelungen und „Bonus Eintrittskarten“ ersonnen werden.

Langstrecke Nürburgring (VLN)

Am 04.04.09 nutze ich die Chance mir anzuschauen wie die Profis bei der VLN über die Norfschleife donnern… und es hat sich gelohnt! Am Anfang stand die Besichtigung der Boxengasse während der Vorbereitungen der Autos für das Rennen. Den Teams hautnah beim schrauben zuschauen zu können hat was. Eine Expedition in das Land hinter der Strecke.

Zu Beginn der Einführungsrunde mit anschließendem, fliegendem Start stellten wir uns am Ausgang der Boxengasse auf und verwöhnten unsere Ohren mit dem Motorensound der unzähligen, teilnehmenden Rennwagen. Nachdem alle Wagen auf der Strecke waren wanderten wir zu Tribühne um die Autos beim Durchqueren des ersten Teil der Grand-Prix-Strecke der Nordschleife zu beobachten. Kleines Highlight: Ein gewisser Herr Stuck drehte sich mit einem Audi R8 ohne Fremdeinwirkung direkt in der ersten Rechtskurve.

Es waren ein paar Runden vergangen und so langsam aber sicher mussten die ersten Wagen zum Service in die Box. Also nichts wie zurück in die Gasse und dem Wuseln hautnah beiwohnen. Aber immer schön aufpassen. Sonst wird man von einem schnell anfahrenden Rennwagen umgehauen 🙂

Gegen Ende des Laufs und zur Abrundung des Tages waren wir noch an ein paar markanten Punkten der Strecke gefahren um die Autos fernab der Boxengasse beim Arbeiten zuzuschauen.

Bei wem das Interesse an der VLN geweckt wurde sollte sich so ein Event nicht entgehen lassen. Für nur 12 Euro Eintritt in die Boxengasse kann man sich frei zwischen Autos, Mechanikern und Fahrern bewegen und das während der gesamten Dauer des Rennens! Das verspricht (und hält!) hautnahe Action pur! Daneben gibt es durch die Einteilung in unterschiedliche Rennklassen die unterschiedlichsten Rennwagen und Teams zu sehen (von Amateur bis Profi ist hier alles vertreten). Weiter kann man sich frei neben der Strecke bewegen und das Geschehen an den vielen Streckenabschnitten verfolgen.