Versicherungsschutz auf der Nordschleife

Ich fahre jetzt schon einige Jahre auf der Nordschleife im Rahmen des Touristenverkehrs und bewege mich dadurch regelmäßig zur Informationsbeschaffung und dem Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten auf diversen Webseiten und in einigen Foren. Neben den Ammenmärchen, die Polizei würde auf der Nordschleife Geschwindigkeitskontrollen durchführen oder regelmäßig mit Helikoptern über der Strecke schweben und überwachen, wer verbotenerweise rechts überholt, hält sich das Gerücht standhaft, dass Versicherungen im Rahmen des Touristenverkehrs nicht zahlen würden. Dementsprechend sind das die häufigsten Fragen von Anfängern und daher möchte auf das Thema Versicherungen hier einmal eingehen und Klarheit schaffen. Schließlich dürfte der Gedanke jedem missfallen, sein liebstes Stück im Grenzbereich zu bewegen, ohne es versichert zu wissen.

Grundsätzlich ist es so, dass die Nordschleife während der sogenannten Touristenfahrten als mautpflichtige Privatstrasse gilt. Die in diesem Rahmen geltende StVO sorgt also dafür, dass sich ein Versicherer nicht aus der Zahlungsverantwortung bei Schadensfällen ziehen kann. Die Touristenfahrten dienen dazu, das jedermann die Strecke befahren darf, um mal ein wenig Faszination zu spüren. Vom Fast-Rennauto trifft man dort alles bis hin zum ollen Kombi mit kompletter Familie an Board. Sinn und Zweck ist es also nicht, Höchstgeschwindigkeiten zu erzielen, Rekorde zu brechen oder wilde Zweikämpfe auszutragen. Es geht schlicht darum, Spaß zu haben. Aus diesem Grunde ist es auch seitens der N-GmbH verboten Rundenzeiten zu stoppen!

Es ist also Fakt, dass die KFZ Versicherungen im Falle eines Haftpflicht oder Kaskoschaden (Teil- und Vollkasko) zahlen müssen. Ebenfalls kommt der ADAC für die Abschleppkosten auf, sollte das einmal nötig sein. Ich beziehe mich hier auch nicht nur auf Hören-Sagen, sondern aus eigener leidlicher Erfahrung! Allerdings gibt es keine Regel ohne Ausnahme: es gibt einige wenige Versicherungsgesellschaften, die in ihren AGB’s ausdrücklich untersagen, Rennstrecken (meist wird explizit die Nordschleife genannt) zu befahren. Erstaunlicherweise sind das oftmals nicht gerade die günstigsten Versicherer. Es ist also mehr als ratsam, vor dem ersten Besuch der Nordschleife, sich mit den AGB’s vertraut zu machen oder noch besser eine entsprechende schriftliche Bestätigung der Versicherung einzuholen! Dazu reicht in der Regel ein kurzes Anschreiben oder eine Mail mit folgendem Text:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte bestätigen Sie mir uneingeschränkten Versicherungsschutz in meiner Haftpflicht und Kaskoversicherung für mein KFZ im Rahmen der sogenannten „Touristenfahrten“ auf der Nürburgring Nordschleife, die nicht zur Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten gedacht sind.

Mit freundlichen Grüßen

Nach einer Weile solltet ihr dann eine entsprechende Bestätigung erhalten, wenn eure Versicherung nicht zu den schwarzen Schaafen zählt. Es sollte natürlich jedem klar sein, dass die Versicherung eventuell im Schadensfall etwas genauer hinsieht, was man denn auf der Strecke fabriziert hat. Also benehmt euch und übertreibt es nicht! 😉

In dem Zusammenhang möchte ich noch erwähnen, dass die meisten (wenn nicht sogar alle) Mietwagen Firmen ebenfalls solche Klauseln in ihren AGB’s haben und das befahren der Nordschleife grundsätzlich verbieten. Wenn ihr also mal wieder ein Auto von Sixt auf der Nordschleife seht (Barcodestreifen neben dem Nummernschild), dann drückt dem Fahrer alle Daumen, dass nix passiert. Anderenfalls bleibt er auf einem Schuldenberg sitzen. Selbiges gilt übrigens auch für viele Firmenwagen! Von daher: Wohl dem, der sich vorher schlau macht, um nicht später in die Röhre zu gucken. In diesem Sinne wünsche ich gute Fahrt!

Verhalten bei einem Unfall

verkehrszeichen_schleudergefahrWo viel Licht, da auch viel Schatten. Das gilt auch im besonderen für die Touristenfahrten auf der Nürburgring Nordschleife. Wer Runde um Runde auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt dreht, muss sich früher oder später mit Murphys Law auseinandersetzen! Davor die Augen zu verschliessen und dieses unangenehme Thema zu verdrängen, hilft da überhaupt nicht und birgt eher noch zusätzliche Risiken. Jeder sollte sich also vor seinem ersten Nordschleifen Besuch (auch immer wieder) Gedanken machen, was alles passieren kann und die Entscheidung bewusst treffen, die entsprechenden Risiken einzugehen. Es heißt nicht umsonst:

Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.

Ich selbst mache mir das auch nach hunderten Runden Nordschleife immer wieder selbst bewusst. Das bewahrt mir den nötigen Respekt vor der Strecke und allzu übermütigem Handeln. Jede Runde kann die letzte sein, für einen selbst, für die Gesundheit oder für das Auto. Man ist gerne versucht, Unfälle von denen man hört, ab zu tun nach dem Motto „da hat wohl jemand nicht aufgepasst“ oder „wieder einer der sich selbst überschätzt hat“ gefolgt von einem „das kann/wird mir ja nicht passieren“. Leider ist es aber oft so, dass einem selbst die eigenen Grenzen nicht immer 100% bewusst sind und selbstverständlich kann man Fehler machen bzw. wird sie machen. Jeder von uns!

Aber auch wenn man selbst nicht Verursacher ist, finden sich mehr als genug andere auf der Rennstrecke, die diese Rolle (unfreiwillig) übernehmen können. Sei es ein Anfänger, der die Strecke, das Auto oder die nötige Übersicht nicht im Griff hat. Oder sei es ein Fortgeschrittener der eben das kleine Quäntchen zuviel im Grenzbereich war, dem wir uns alle annähern wollen. Auch die Technik versagt oft genug, das zeigen die täglichen Vorfälle von Ölspuren und gebrochenen Bremsscheiben. Die Frage ist daher nicht, ob es schief geht oder nicht, sondern nur wann. Man kann eben nur versuchen, den Zeitpunkt an dem es passieren wird, möglichst weit hinaus zu schieben.

Obige Aussagen habe ich in den letzten Jahren oft genug bewiesen gesehen, bei anderen und auch bei mir selbst. Daher möchte ich einige wichtige Worte darüber verlieren, wie man sich verhalten sollte, wenn man selbst einen Abflug erleidet oder aber als Ersthelfer an einem Unfall auf der Nordschleife eintrifft. Dazu folgende (unsortierte) Grundregeln bei einem Unfall:

  • sofern möglich, Fahrzeug aus der „Schußlinie“ fahren
  • bei Verletzten Erstversorgung durchführen
  • hinter der Leitplanke hundert Meter zurück laufen und nachfolgenden Verkehr warnen
  • N-GmbH Notruf Nummer anrufen (0800-0302112)
  • mit defektem Fahrzeug nicht die Runde zuende fahren
  • auch ohne Einschlag Notruf informieren, wenn Dreck auf die Strecke getragen wurde
  • als Ersthelfer sich selbst nicht in Lebensgefahr bringen
  • Als Unbeteiligte bitte Fuß deutlich vom Gas, max. 60km/h an der Unfallstelle
  • Kommt ihr an einen Unfall und es hat noch niemand angehalten, helft den Beteiligten bei obigen Punkten!

Die häufigsten Fehler die ich bei einem Unfall auf der Nordschleife bei den Verunfallten wie auch bei den Ersthelfern immer wieder sehe:

  • Weiter fahren trotz gehörig Dreck oder Betriebsmittel (Öl, Kühlwasser) auf der Strecke und der nächste Mopped Fahrer legt sich deswegen hin!
  • Warnung des Nachfolgeverkehrs ohne ausreichenden Abstand. An vielen Stellen reichen 50m eben nicht, wenn die Fahrzeuge mit 160km/h oder weit mehr angeflogen kommen!
  • Selbstgefährdung durch winken der „gelben Flagge“ auf der Strecke, anstatt hinter der Leitplanke!
  • Auf Seiten der Unbeteiligten: Ignorieren der Warnungen und vorbei fahren an Unfallstellen mit „Vollgas“! Wenn da Öl liegt, sind auch 100 km/h zu schnell und ihr rast in den Unfall mit rein!

Glücklicherweise sind die meisten Punkte bei den erfahrenen Nordschleifen Besuchern bekannt und werden auch entsprechend berücksichtigt. Gerade für die Neulinge hoffe ich aber hier eine kleine Orientierung gegeben zu haben. In dem Zuge folgend noch ein paar Hinweise, die man mindestens einmal komplett gelesen haben sollte:

  1. Touristenfahrer Safety Hinweise
  2. Sicherheitsbroschüre Nordschleife
  3. Sicherheitsregelen der N-GmbH

Bitte beachtet diese Hinweise wirklich und verlasst euch nicht auf subjektive Eindrücke bei einem Unfall. Diese Prinzipien haben viele erfahrene Leute erarbeitet, zu recht! Denkt immer an Murphys Law:

Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.

In diesem Sinne: Knitterfreie Fahrt! 🙂

Eine Hebebühnen-Story.. mit Happy End?

Irgendwann kommt man als frisch gebackener Ringtool-Besitzer an einen Punkt an dem man sein Schätzchen genauer unter die Lupe nehmen will. Und genau dieser Zeitpunkt war jetzt einfach reif; am vorigen Samstag kam das Baby auf die Bühne und musste seine letzten Geheimnisse preisgeben. Die Spannung steigt: werden sich ungeahnte Rostherde offenbaren… sind die Radlager noch in der Verfassung sich zu drehen… und wie stehts eigentlich um die fanatisch röhrende Abgasanlage???

Was soll ich sagen…

Schwein gehabt! Das Ringtool, gekauft von einem Vollblutschrauber, ist top in Schuss. Keine Spur von Rost, Radlager haben genau das richtige Maß an Spiel, die Abgasanlage lässt sogar noch eine Spur von Glanz durchscheinen und die Bremsanlage verrichtet noch gute 40k Straßenkilometer ihren Dienst (! keine Garantie für Nordschleifeneinsätze 😉 ).

Aber was ist denn das da an der Ölwanne… hier hat der Vorbesitzer wohl ein kleines Andenken hinterlassen. Ein sauberer Einschlag an der vorderen Unterkante. Aber das Beste kommt noch. Oberhalb des Einschlags prankt in gelber Warnschrift eine klare Ansage für die nächste brenzlige Situation: „DUCKEN!“ 🙂

Notiz an mich: beim nächsten Werkstattbesuch Foto machen.

Abschließender Gesamteindruck: Ein 100% gepflegtes Schrauber-Auto. Oben wie unten.

 

Warum das alles?

Angefangen hat alles vor ca. 2 1/2 Jahren. Mehr oder weniger durch Zufall wurde ich von ein paar Freunden eingeladen mit zur Nordschleife zu kommen. Dabei waren drei als Zuschauer und Einer der auch selber regelmäßig an offenen Tagen als Tourist über die Nordschleife fährt (mit einem Civic Type R, siehe Linkliste). Naja, nur um zu schauen nahm ich den Weg von 150 km natürlich nicht auf mich und so bin ich insgesamt drei Runden als Beifahrer mit dabei gewesen. Was soll ich sagen: ich war sprachlos und hatte während der Fahrt ein Dauergrinsen aufgelegt. Seit diesem sonnigen Sonntag nachmittag am Ring war für mich klar: Genau das will ich machen, das ist mein Ding!

Gesagt und zwei Jahre später getan. Zum ersten mal mit einem absoluten Serienauto (sieht man von der Auspuffblende mal ab 🙂 ). Immerhin stattliche 10 Runden haben die Sommerreifen durchgehalten bis sie dann endgültig in Staub aufgingen. Bilder davon gibts im Medienbereich. Mit dieser Erfahrung war dann im konsequenten und weiteren Schritt klar: Kenny, du brauchst was handfesteres!

Und ab hier wird es nicht leichter. Ich fange hier jetzt keine großen Romane mit Fragen an wie: „Was soll ich denn als „Ringtool“ kaufen? Welches Budget habe ich zu Verfügung? Kaufe ich ein fertiges oder baue ich ein eigenes auf? Zu all diesen Fragen sei DAS Forum zum Thema Touristenfahrten genannt: www.touristenfahrer.de Da gibt es jede Menge Infos in Sachen Autos, Tuning und der Strecke selbst. Von mir gibts jetzt erstmal nur erste Einstiegshilfen.

1. Fahrt zuerst bei einem Freund, Bekannten, etc. mit oder fahrt selbst mit eurem eigenen „normalen“ Wagen über die Strecke und checkt ob es euch Spaß macht und ihr mehr davon wollt. Solltet ihr Rat bei nicht Motorsport-Begeisterten suchen… nehmt welche mit jeder Menge Verständnis 😉 Viele werden es nicht verstehen. Aber: nicht entmutigen lassen!

2. Wenn ihr soweit seid und ein eigenes Ringtool kaufen/bauen (Kauf spart bringt aber ein gewisses Risiko mit sich, Eigenbau kostet um ein vielfaches mehr) wollt müsst ihr ein paar Punkte im Blick haben. Neben der eigentlichen Erstinvestition kommen verschiedene andere Nebenkosten dazu:

  • Versicherung: je nach Wert des Autos Kasko sinnvoll?, Extra Versicherung der Tuningteile benötigt?
  • Rundenkarten für die Nordschleife: sind gestaffelt, wenn regelmäßig gefahren wird ist nur eine Jahreskarte sinnvoll die sich um die 1100 Euro bewegt
  • Wartung: hier kommt alles zusammen was das Auto am laufen hält: Benzin!, Öl, Bremsen, Reifen, sonstige Reparaturen

3. Achtung wichtig: Die ersten Runden solltet ihr langsam angehen lassen, sonst gibt es im schlimmsten Fall kaltfervormtes Blech! Um die Grundzüge der Physik beim Fahren erahnen zu können bieten sich Fahrertraingskurse vom ADAC an. Anschaungsmaterial der Strecke gibt es jede Menge. Zu empfehlen ist folgender Artikel der AutoSport Kurve um Kurve oder die Videos von renn.tv.

Für die erste Runde soll dies genügen. Will ja niemanden mit Text erschlagen 😉

Das nächste Mal gibt es Infos über mein neues Ringtool und etwas später, nach den ersten Runden der Saison, auch eine Kostenaufstellung… (ich bin gespannt *g*)