Operation gelungen, Patient tot

Gestern war die Nordschleife bei bestem Wetter mitten in der Woche ganztätig geöffnet und so war ich froh, ein gebrauchtes Motorlager noch am selben morgen ergattert zu haben, welches dank Raeder-Motorsport auch noch am gleichen Tag eingebaut wurde. Es konnte also los gehen.

Leider hatte sich die Scuderia Hanseat eingemietet und so waren dutzende (oder gefühlte hunderte) wohlhabende Laien mit Porsche, Ferrari & Co auf der Strecke unterwegs. Sie erhielten sogar eine eigene dauerhaft geöffnete Schranke und wurden bei der Verkehrs-Sortierung von den Parkplatz Wärten bevorzugt geleitet. Leider wurde den Jungs nicht die Bedienung des Rückspiegels beigebracht, zumindest konnte man diesen Eindruck erhalten, wenn man von hinten auf einen der Truppe auflief. Vermeintlich langsamere Autos passieren zu lassen, scheint ein NoGo zu sein in der Welt mancher Porsche und besonders Ferrari Fahrer. Dadurch wurde das Fahren recht anstrengend und so war man manches mal gezwungen, etwas nachdringlicher einen Überholvorgang anzusetzen.

Für mich persönlich war leider nach 3 gefahrenen Runden bereits schluß. Ich wurde an der Schranke von einem TÜV Prüfer rausgezogen. Die N-GmbH engagiert unregelmäßig jemanden, der stichprobenartig den Fahrzeugschein mit dem Ist-Zustand abgleicht und im Falle von Unregelmäßigkeiten Fahrverbote ausspricht. Bei mir war der Auslöser der Sperre dann nicht meine fehlenden Eintragungs-Unterlagen der 4 Kolben Bremsanlage, sondern ein kleines leuchtendes Lämpchen im Tacho. Die SRS Lampe zeigt Fehler im Airbag System und wurde aktiviert, als ich meine 6-Punkt Gurte verbaut und die serienmäßigen Gurte entfernt hatte. Durch die nun fehlenden Gurtstraffer schaltete das Airbag Steuergerät auf einen Fehler. Ein Irrglaube in diesem Zusammenhang ist, dass die Airbags ohne Gurtstraffer nicht auslösen, zumindest bei Honda. Ein Unfall eines Bekannten im letzten Jahr hatte das nämlich eindeutig widerlegt.

Auf Diskusionen ließ sich der TÜV Prüfer jedenfalls überhaupt nicht ein und so waren alle meine Argumente hinfällig. Erstens erreiche ich dank der starren 6-Punkt Gurte den Airbag mit dem Kopf nichtmal, dank Helm wäre das auch kein Problem. Zweitens sind bereits Widerstände am Stecker verlötet, die dem Steuergerät die Gurtstraffer vorgaukeln. Ich war nur noch nicht dazu gekommen, den Fehlerspeicher bei Honda löschen zu lassen. Und Drittens löst er wie bereits gesagt auch ohne Gurtstraffer aus.

Gnädigerweise ließ er mich noch eine Runde fahren und so stand ich anschliessend ratlos auf dem Parkplatz und durfte nur noch zusehen. Nachdem der Prüfer dann am späten abend von dannen zog, konnte ich dann doch noch 2 weitere Runden drehen und somit hielt sich der „Schaden“ in Grenzen.

Reparatur Motorlager verzögert sich

Gebrauchte Motorlager sind leider nicht zu bekommen. Meine bestellten verstärkten sind in einem Container zwischen Japan und hier und treffen erst in einigen Wochen ein. Honda kann Original Motorlager auch nicht kurzfristig liefern, da sie „in Rückstellung“ sind. Was auch immer das heißen mag.

Ich hoffe nun also, dass ich nochmal eins geliehen bekomme, ansonsten fällt der 09.09.2009 ins Wasser. Wäre schade, da es selten vorkommt, dass die Nordschleife in der Woche ganztägig geöffnet ist und auch noch super Wetter im Anmarsch ist. Ich kann nur jedem empfehlen, den kommenden Mittwoch zu nutzen, besonders, wenn man seine ersten Runden drehen will.

Generell ist aber zu sagen, daß es allgemein diese Saison recht ruhig ist. Ja, es kam immer mal wieder in Spitzenzeiten zu Engpäßen, aber ich glaube, dass man auch an der Nordschleife die Wirtschaftskrise spürt. Die Leute halten ihr Geld beisammen und ziehen es vor, es nicht beim „Kreis fahren“ verpuffen zu lassen. Ich habe das zumindest in den vergangenen Jahren extremer empfunden an warmen Sonntagen. Naja, Kenny und ich trotzen dem aktuellen Trend erfolgreich. 😉

Reparatur Motorlager

So, hier also nun mein erster Beitrag in diesem Kooperationsprojekt mit Kenny. Wer hätte das gedacht, daß es mal so kommen würde. Damals lernte ich Kenny kennen, weil er von einem Freund mit an die Nordschleife gebracht wurde und gerne mal eine Runde bei mir mitfahren wollte. Er hatte sichtlich Spaß an der Sache und ich konnte bleibenden Eindruck hinterlassen. Freut mich, daß ich ihn so infizieren konnte und wir heute hier gemeinsam über das Hobby schreiben. 🙂

Nun aber back to topic: Vorletztes Wochenende mußte ich leider einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Ein Motorlager war Samstag abend über den Jordan gegangen. Naja, sie haben auch 110.000km gehalten. Dank Raeder-Motorsport und der Leihgabe eines Bekannten, konnte ich den nächsten Morgen am Sonntag aber bereits wieder antreten und weiter meine Runden drehen. Als Konsquenz bekommt der Civic nun einen komplett frischen Satz vertärkter Motorlager. Es wird dadurch zwar mehr Vibrationen in der Karosserie geben, aber dafür fallen Lastwechsel nicht mehr so negativ ins Gewicht.

Wartung und ein kleines großes Upgrade

Vorletztes Wochenende war es endlich soweit: Die Bremsbeläge und Reifen der Vorderachse haben sich aufgelöst und wollten erneuert werden. Die Bremsbeläge haben dabei ca. 150 Runden gearbeitet, die Reifen ca. 190. Eine Spitzenleistung die vermutlich zum großen Teil dem geringen Gewicht des Wagens zu verdanken ist.

Das Thema Bremsbeläge war schnell durch. Die Werkstatt meines Vertrauens hatte nur einen Satz da. Also kein Verhandlungsspielraum an der Stelle. Allerdings wurde mir in Sachen Reifen ein Angebot gemacht das ich nicht ablehnen konnte: „Wie wäre es mit Semi-Slicks???“ 🙂

Nach einer etwas größeren Gedenkpause und Zahlenspielerei habe ich mich am Ende für die Semis entschieden, in Form des Dunlop Direzza. Auch wenn das Konto immer noch schreit war die Entscheidung genau richtig. Diese Grip-Monster fressen sich in den Asphalt wie ein hungriger Löwe in ein zartes Zebra 🙂

Lebenszeichen und ein kleines Special

Da ich schon viel zu lange nichts mehr geschrieben habe hier ein Lebenszeichen und Statusbericht:

Die Zeit schreitet voran und das Wetter spielt mit. Aktuell bin ich fleißig am Runden drehen und so haben sich inzwischen mehr als 130 Runden angehäuft! Wenn ich bedenke das ich diese Saison nur 150 fahren wollte bin ich wohl leicht übers Ziel hinaus geschossen 🙂 Nun ja, dann justieren wir hier etwas die Zielparameter und sagen mal „200 Runden reichen dieses Jahr“ *g*

Bei der ganzen Fahrerei konnt ich mit der Zeit etwas an Erfahrung sammeln und so entschloss ich aktiv für eine extra Bremsbelüftung. Danke einfacher Golf II Technik und genügend Platz an der Radaufhängung war das auch leichter und kostengünstig zu realisieren. Und so verichten zwei entsprechend geformte Bleche erfolgreich ihren Dienst für eine lang lebende Bremse 🙂

Zum Abschluss noch ein kleines Special. Der ein oder andere hat es wahrscheinlich schon in der Widget-Bar entdeckt. Ich habe mir die Mühe gemacht ein paar Runden auf der Nordschleife mit der Kamera aufzunehmen. Da das Video im Widget recht klein ist hier nochmal der Link zum großen Bruder des onboard Videos.

Eine Hebebühnen-Story.. mit Happy End?

Irgendwann kommt man als frisch gebackener Ringtool-Besitzer an einen Punkt an dem man sein Schätzchen genauer unter die Lupe nehmen will. Und genau dieser Zeitpunkt war jetzt einfach reif; am vorigen Samstag kam das Baby auf die Bühne und musste seine letzten Geheimnisse preisgeben. Die Spannung steigt: werden sich ungeahnte Rostherde offenbaren… sind die Radlager noch in der Verfassung sich zu drehen… und wie stehts eigentlich um die fanatisch röhrende Abgasanlage???

Was soll ich sagen…

Schwein gehabt! Das Ringtool, gekauft von einem Vollblutschrauber, ist top in Schuss. Keine Spur von Rost, Radlager haben genau das richtige Maß an Spiel, die Abgasanlage lässt sogar noch eine Spur von Glanz durchscheinen und die Bremsanlage verrichtet noch gute 40k Straßenkilometer ihren Dienst (! keine Garantie für Nordschleifeneinsätze 😉 ).

Aber was ist denn das da an der Ölwanne… hier hat der Vorbesitzer wohl ein kleines Andenken hinterlassen. Ein sauberer Einschlag an der vorderen Unterkante. Aber das Beste kommt noch. Oberhalb des Einschlags prankt in gelber Warnschrift eine klare Ansage für die nächste brenzlige Situation: „DUCKEN!“ 🙂

Notiz an mich: beim nächsten Werkstattbesuch Foto machen.

Abschließender Gesamteindruck: Ein 100% gepflegtes Schrauber-Auto. Oben wie unten.